Casino-Gewinne versteuern in der Schweiz
Die Freigrenze liegt bei rund CHF 1'071'000 – aber nur für konzessionierte Schweizer Anbieter. Bei Casinos ohne Schweizer Lizenz gilt sie nicht. Hier steht, wo die Grenze genau verläuft und wie gerechnet wird.
Die kurze Antwort: Gewinne aus einer konzessionierten Schweizer Online-Spielbank sind bis rund CHF 1'071'000 steuerfrei. Nur der Teil darüber wird besteuert.
Gewinne aus einem ausländischen Casino ohne Schweizer Konzession sind ab dem ersten Franken vollständig steuerbar – die Freigrenze gilt dort nicht.
In einem physischen Schweizer Casino sind Gewinne unbegrenzt steuerfrei.
Die drei Fälle im Überblick
Freigrenze der direkten Bundessteuer, Steuerjahr 2026. Kantone können tiefer liegen. Der Unterschied zwischen der zweiten und der dritten Kachel ist der teuerste Punkt dieser Seite.
| Woher der Gewinn stammt | Steuerfrei bis | Darüber |
|---|---|---|
| Physisches Casino in der Schweiz | unbegrenzt | — |
| Online-Spielbank mit ESBK-Konzession | rund CHF 1'071'000 | Einkommenssteuer + Verrechnungssteuer 35 % |
| Ausländisches Casino ohne CH-Konzession | CHF 0 | vollständig als Einkommen steuerbar |
Der Unterschied zwischen Zeile zwei und drei ist der teuerste Punkt der ganzen Seite. Ein höherer Bonus bei einem Anbieter ohne Schweizer Konzession kann steuerlich mehr kosten, als er einbringt – sobald es um grössere Beträge geht.
Was vom Gewinn abgezogen werden darf
Die Abzüge betreffen nur Gewinne, die überhaupt steuerbar sind – also bei Schweizer Anbietern den Teil über der Freigrenze. Es gibt zwei verschiedene Regeln:
- Konzessionierte Schweizer Online-Spielbanken: Abzug der Einsätze, die im Steuerjahr vom Spielerkonto abgebucht wurden, höchstens CHF 25'800 (direkte Bundessteuer 2026).
- Lotterien und Geschicklichkeitsspiele (Grossspiele): 5 % von jedem einzelnen Gewinn, höchstens CHF 5'400 pro Gewinn (direkte Bundessteuer 2026).
| Steuerjahr 2026 | Freigrenze | Einsatzabzug Online-Spielbank | 5 % bei Lotterien, max. |
|---|---|---|---|
| Bund | CHF 1'071'000 | CHF 25'800 | CHF 5'400 |
| Kanton Solothurn | — | CHF 25'800 | CHF 5'200 |
| Kanton Thurgau | CHF 1'000'000 | CHF 25'000 | CHF 5'000 |
Die Beträge werden periodisch an die Teuerung angepasst, und jeder Kanton setzt eigene Werte. Massgeblich ist die Praxis des Wohnsitzkantons. Wer regelmässig spielt, sollte Einsätze und Auszahlungen dokumentieren – ohne Nachweis lässt sich ein Abzug kaum geltend machen.
Zwei Rechenbeispiele
Beispiel 1: CHF 40'000 Gewinn in einer Schweizer Online-Spielbank
Der Betrag liegt weit unter der Freigrenze von CHF 1'071'000. Steuerlast: keine. Als Einkommen wird nichts versteuert. Das Geld zählt aber am 31. Dezember zum Vermögen und gehört dort in die Steuererklärung.
Beispiel 2: CHF 40'000 Gewinn bei einem ausländischen Anbieter
Hier greift keine Freigrenze. Die CHF 40'000 zählen als Einkommen, werden zum übrigen Einkommen addiert und nach dem persönlichen Satz von Bund, Kanton und Gemeinde besteuert. Der oben beschriebene Einsatzabzug ist im Gesetz für konzessionierte Schweizer Online-Spielbanken geregelt – ob bei einem ausländischen Anbieter überhaupt etwas abgezogen werden kann, entscheidet die kantonale Steuerverwaltung. Einplanen sollte man es nicht.
Gleicher Gewinn, völlig unterschiedliche Rechnung – allein wegen der Konzession des Anbieters.
Deklaration und Meldung: wer was an die Steuerbehörden gibt
Schweizer Anbieter melden. Konzessionierte Schweizer Spielbanken und Lotteriegesellschaften melden steuerbare Gewinne der Eidgenössischen Steuerverwaltung (Formular 121) und ziehen auf dem Teil über der Freigrenze 35 % Verrechnungssteuer ab. Diese erhält zurück, wer den Gewinn korrekt deklariert.
Ausländische Anbieter melden nichts. Ein Casino ohne Schweizer Konzession zieht keine Verrechnungssteuer ab und schickt keine Meldung in die Schweiz. Die Pflicht, den Gewinn als Einkommen anzugeben, liegt deshalb allein beim Spieler. Dass der Betrag nicht automatisch erfasst wird, ändert nichts an der Steuerpflicht – Auszahlungen landen auf dem eigenen Konto und sind dort nachvollziehbar.
Steuerfreie Gewinne: Als Einkommen werden sie nicht versteuert. Das gewonnene Geld gehört aber per Jahresende ins Vermögen, und einige Kantone fragen im Formular ausdrücklich nach Geldspielgewinnen. Die Wegleitung des Wohnsitzkantons zeigt, was genau anzugeben ist.
Quellen: Eidgenössische Steuerverwaltung, «Geldspielgewinne und Geldspielgesetz»; Rechtsgrundlage ist Art. 24 Bst. i und ibis des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11). Kantonale Praxis: Steuerverwaltung Kanton Thurgau (Werte 2026) und Steueramt Kanton Solothurn (Merkblatt vom 18. Dezember 2025). Abgerufen am 22. September 2026.
Ein Detail, das oft untergeht: Die CHF 1'071'000 gelten für die direkte Bundessteuer. Auf Kantonsebene liegt die Grenze teilweise tiefer – der Kanton Thurgau etwa nennt für 2026 CHF 1'000'000. Massgeblich ist die Praxis des Wohnsitzkantons. Der Kanton Thurgau hält zudem ausdrücklich fest, dass Gewinne aus ausländischen Online-Spielbanken unabhängig vom Betrag voll steuerbar sind.
Diese Seite gibt den allgemeinen Stand wieder und ersetzt keine Steuerberatung. Für den Einzelfall – insbesondere bei grösseren Beträgen oder mehreren Kantonen – ist eine Fachperson oder die kantonale Steuerverwaltung zuständig.
Häufige Fragen zur Besteuerung
Weiterlesen
Welche ausländischen Anbieter für Schweizer Spieler überhaupt in Frage kommen, welche Auszahlungsregeln dort gelten und was die 20-Prozent-Klausel in den AGB bedeutet, steht unter Online Casinos ohne Schweizer Lizenz. Die sechs Anbieter mit Punktzahl und Bonus im direkten Vergleich zeigt die Startseite.
Wie sich ein Bonus auf den auszahlbaren Betrag auswirkt, rechnet der Umsatzrechner unter Bonus ohne Einzahlung aus. Was 525 Freispiele nominal wert sind, steht unter Freispiele ohne Einzahlung. Welche Zahlungswege Schweizer Spielern bleiben, wenn TWINT nicht funktioniert, steht unter Zahlungsmethoden.